Der heilige Laurentius
Schon in frühchristlicher Zeit wurde es Sitte, daß jede Gemeinde, jede Stadt, jedes Land, auch jeder Stand und Beruf einen bestimmten Heiligen als Patron oder Schutzheiligen verehrte. Auch die einzelnen Berufe haben ihren speziellen Heiligen, wie zum Beispiel die Fischer den heiligen Petrus oder die Jäger ihren heiligen Hubertus. Auch die Schützen haben ihre Heiligen oder Schutzpatrone, wie den heiligen Laurentius, den heiligen Sebastian, den heiligen Georg und den heiligen Hubertus.
Laurentius von Rom, auch Lorenz genannt, ist einer der heiligen Märtyrer, Nationalheiliger von Spanien, Patron der Armen Seelen im Fegefeuer, der Bibliothekare und zahlreicher Berufe, die mit Feuer zu tun haben(sein Martyrium), wie Köche, Bäcker, Bierbrauer, Wäscherinnen, Büglerinnen, Glasbläser, Glaser, Feuerwehrleute sowie der Schüler und Studenten. Er ist einer der Stadtpatrone von Rom, Patron von Wuppertal, Nürnberg, Merseburg, und Kulm. Er ist Helfer bei Augenleiden, Fieber, Ischias, Hexenschuß, Hauterkrankungen Verbrennungen und Pest.
Die Vita des Laurentius ist legendär und wurde wegen der außerordentlichen Popularität des Heiligen in späteren Jahrhunderten häufig ergänzt und ausgeschmückt. So soll er in Aragon(Nordostspanien) als Sohn des des heiligen Orientius und der heiligen Patientia geboren worden sein. Auf der Reise nach Toledo begegnete er Papst Sixtus II. , der den aufgeweckten jungen Mann mit nach Rom nahm und ihn schon nach kurzer Zeit zu seinem Archidiakon (u.a. Stellvertreter des Bischofs) ernannte. Im Jahr 258 löste Kaiser Valerian eine Christenverfolgung aus, die sich hauptsächlich gegen die christlichen Würdenträger richtete. Am 6. August 258 wurde Papst Sixtus enthauptet. Kurz zu vorhatte er seinem Archidiakon noch den Kirchenschatz anvertraut. Der Kaiser erfuhr davon und gab Laurentius drei Tage Zeit, den Schatz herauszugeben. Laurentius aber verteilte alles Geld an die Armen, die er am dritten Tag vor den Kaiser führte mit den Worten: “ Hier ist der Schatz der Kirche”. Valerian fühlte sich verhöhnt und ließ Laurentius mit vier Diakonen am 10. August mit dem Schwert hinrichten. Östliche Martyriumsberichte veränderten im 4.Jahrhundert die Todesart des Heiligen. Danach wurde er auf einem mächtigen Grill zu Tode geröstet. Bei seinen letzten Atemzügen soll Laurentius noch zu seinem Henker gesagt haben: ” Der Braten ist fertig, nimm ihn nun vom Feuer und iß."
Laurentius wurde an der Via Tiburtina beigesetzt. Schon 330 ließ Kaiser Konstantin der Große über seinem Grab die Basilika S. Laurentius extra muros erbauen, eine der sieben Hauptkirchen Roms.
Der Kult des heiligen Laurentius verbreitete sich schnell über das Abendland. In Deutschland setzte die Verehrung des Heiligen vor allem nach der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg im August 955, einem Laurentiustag ein. Kaiser Otto I. hatte mit seinem Sieg Süddeutschland von den ständigen Einfällen durch die Magyaren erlöst. Am 10. August 1557 gelang dem spanischen König Philipp II. Bei St. Quentin ein entscheidender Sieg über die Franzosen. Philipp erhob daraufhin den Aragoner Laurentius zum Nationalheiligen von Spanien.
Nach dem Volksglauben erlöst der Heilige an jedem Freitag eine Seele aus dem Fegefeuer und die Sternschnuppen, die Perseiden, die alljährlich im August, besonders in der Nacht vom 10. auf den 11., vom Himmel fallen, werden Laurentiustränen genannt. Dargestellt wird der heilige Laurentius als junger Diakon mit Buch und Kreuz oder Kreuzstab, mit Kelch, der das Kirchenvermögen enthält oder Almosen austeilend. Sein charakteristisches Attribut ist ein Rost. Laurentiustag, als Festtag, ist der 10. August.
E ine Abbildung des Laurentius mit dem Roste befindet sich auf dem Ratskleinod der Altschützengesellschaft Ohrdruf 1554 e.V., dessen erste Erwähnung aus dem Jahr 1511 datiert. Das Ratskleinod befand sich als Dauerleihgabe im Museum auf Schloß Ehrenstein zu Ohrdruf in der Dauerausstellung der Altschützengesellschaft über das Ohrdrufer Schützenwesen.
Die Dauerausstellung ist zur Zeit leider abgebaut.
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